Mittwoch, 12. August 2026

Was passiert eigentlich mit unserem alten Metall? Eine Reise durch Hagens Rohstoffkreislauf

 




Wer in Hagen eine Bratpfanne aussortiert, nach einer Renovierung alte Rohre übrig hat oder in einem Betrieb eine Maschine ersetzt, denkt wahrscheinlich zuerst an eine praktische Frage: Wohin damit?

Doch hinter dieser alltäglichen Frage steckt ein erstaunlich großes Thema.

Metalle gehören zu den Materialien, die unseren Alltag fast überall begleiten. Sie stecken in Gebäuden, Fahrzeugen, Werkzeugen, Maschinen, Fahrrädern, Heizungen und elektrischen Anlagen. Oft bemerken wir sie erst wieder, wenn ein Gegenstand nicht mehr gebraucht wird.

Dann wird aus einem Gebrauchsgegenstand plötzlich „Schrott“.

Aus Sicht der Rohstoffwirtschaft ist diese Bezeichnung allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn das Material selbst kann weiterhin von Bedeutung sein.

Gerade für Hagen ist das interessant. Die Stadt und ihre Umgebung besitzen eine lange Geschichte der Metallverarbeitung. Gleichzeitig verändert sich der Umgang mit Abfällen und Wertstoffen. Seit April 2026 gibt es beispielsweise die neue Wertstofftonne. Daneben stehen die Hagener Wertstoffhöfe und private mobile Abholdienste zur Verfügung.

Doch welcher Weg ist eigentlich für welchen Gegenstand geeignet?

Und was geschieht mit einem Metallteil, nachdem es aus unserem Alltag verschwunden ist?

Hagen sortiert seit 2026 anders

Für viele Hagener Haushalte hat sich die Mülltrennung in diesem Jahr sichtbar verändert.

Seit dem 1. April 2026 ersetzt die Wertstofftonne den bisherigen Gelben Sack. Das Interessante daran: In die neue Tonne dürfen nicht nur Verpackungen.

Auch bestimmte haushaltsübliche Gegenstände aus Kunststoff oder Metall können darüber entsorgt werden. Der Hagener Entsorgungsbetrieb nennt beispielsweise Bratpfannen, Töpfe und nicht-elektrisches Werkzeug.

Damit wird im Alltag etwas deutlich, das in der Diskussion über Recycling häufig abstrakt klingt:

Nicht entscheidend ist allein, ob ein Gegenstand eine Verpackung war. Entscheidend ist zunehmend auch, aus welchem Material er besteht und ob dieses Material verwertet werden kann.

Natürlich kann die Wertstofftonne nicht jedes Metallproblem lösen.

Eine alte Stahlkonstruktion passt dort ebenso wenig hinein wie mehrere Heizkörper, ein großes Metalltor oder eine ausgediente Maschine.

Für größere Mengen existieren deshalb andere Wege.

Drei Wege für Metall in Hagen

Für einen privaten Haushalt kann es zunächst verwirrend sein, zwischen Wertstofftonne, Wertstoffhof und mobiler Abholung zu unterscheiden.

Die Wertstofftonne eignet sich vor allem für kleinere haushaltsübliche Gegenstände, soweit sie nach den Vorgaben des Entsorgers zugelassen sind.

Für größere Altmetalle betreibt der Hagener Entsorgungsbetrieb mehrere Annahmestellen. Altmetall kann unter anderem an den Wertstoffhöfen MVA, Obernahmer und Haspe abgegeben werden. Die Abgabe von wiederverwertbarem Altmetall ist dort kostenlos.

Daneben gibt es mobile Dienste, die größere Metallgegenstände direkt beim Besitzer abholen.

Der auf der Hagener Seite beschriebene Service nimmt beispielsweise Rohre, Heizkörper, Eisenträger, Armaturen, Zäune, Tore, Maschinen, Anlagen und Werkzeuge mit. Die Abholung richtet sich sowohl an private als auch an gewerbliche Kunden.

Welcher Weg sinnvoll ist, hängt also weniger von einem einzigen Schlagwort wie „Schrott“ ab als von Größe, Art, Menge und Zusammensetzung des Materials.

Was ist überhaupt Altmetall?

Diese Frage klingt einfacher, als sie ist.

Der Hagener Entsorgungsbetrieb zählt beispielsweise Aluminium, Kupfer und Stahl zum Altmetall. Typische Gegenstände sind Werkzeuge, Draht, Regenrinnen, Schrauben, Kupferkabel, Metallrohre, Bleche, Felgen, Fahrräder, Schubkarren, Pfannen und Töpfe.

Aber nicht alles, was Metall enthält, gehört automatisch in dieselbe Kategorie.

Elektrogeräte werden beispielsweise getrennt behandelt. Dasselbe gilt für Batterien, Gasflaschen, Spraydosen, Farben, Lacke und verschiedene andere Stoffe.

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Ein Gegenstand kann äußerlich nach „Metallschrott“ aussehen und trotzdem Komponenten enthalten, die einen anderen Entsorgungsweg erforderlich machen.

Warum ein Metallgegenstand überhaupt noch interessant ist

Ein Stahlrohr erfüllt in einem Gebäude vielleicht 50 Jahre lang eine Aufgabe.

Irgendwann wird es ausgebaut.

Für das Gebäude ist seine Geschichte damit beendet.

Für den Werkstoff muss das nicht gelten.

Genau das macht Metalle für die Kreislaufwirtschaft so interessant.

Der Hagener Entsorgungsbetrieb weist darauf hin, dass die Neugewinnung von Metallen kosten- und energieaufwendig sein kann. Durch die Wiederverwertung bereits vorhandener Metalle können Rohstoffe eingespart und Energieverbrauch sowie damit verbundene Emissionen reduziert werden.

Daraus ergibt sich ein anderer Blick auf Schrott.

Er ist nicht nur etwas, das weggebracht werden muss.

Er ist gleichzeitig ein Bestand bereits gewonnener Materialien.

Die Stadt selbst ist ein riesiges Rohstofflager

Man kann eine Stadt wie Hagen deshalb auch als eine Art Rohstofflager betrachten.

Natürlich sieht sie nicht so aus.

Die Metalle liegen schließlich nicht in großen Haufen herum. Sie sind verbaut.

Stahl steckt in Gebäuden und Konstruktionen.

Kupfer befindet sich in Leitungen.

Aluminium steckt in Profilen und anderen Bauteilen.

Metalle finden sich in Heizungen, Werkzeugen, Maschinen und Fahrzeugen.

Solange diese Dinge genutzt werden, spricht niemand von einem Rohstofflager.

Doch sobald Gebäude modernisiert oder technische Anlagen ersetzt werden, werden diese Materialien wieder sichtbar.

In der Forschung wird dieses Prinzip häufig als „Urban Mining“ beschrieben: Städte enthalten große Mengen bereits gewonnener Rohstoffe, die am Ende ihrer Nutzung wieder verfügbar werden können.

Hagen ist dafür ein besonders anschaulicher Ort.

Von der Industriestadt zur Rohstoffstadt?

Hagens Verbindung zu Metall ist keineswegs neu.

Die industrielle Geschichte der Stadt und insbesondere einzelner Stadtteile ist eng mit Metallverarbeitung verbunden.

Was sich verändert, ist die Perspektive.

Die klassische Industriegeschichte beginnt beim Rohstoff und endet beim fertigen Produkt.

Die Kreislaufwirtschaft versucht, anschließend noch ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.

Was passiert nach der Nutzung?

Kann ein Material erneut eingesetzt werden?

Kann ein ausgedientes Produkt zerlegt werden?

Welche Stoffe lassen sich zurückgewinnen?

Dadurch entsteht aus einer geraden Linie ein Kreislauf.

Und genau darin liegt einer der großen Unterschiede zwischen klassischer Wegwerfökonomie und moderner Ressourcenwirtschaft.

Renovierungen setzen plötzlich jahrzehntealte Materialien frei

Besonders gut lässt sich das bei Gebäuden beobachten.

Ein Haus kann jahrzehntelang nahezu unverändert genutzt werden.

Dann beginnt eine Sanierung.

Innerhalb weniger Tage werden Materialien freigelegt, die seit Jahrzehnten nicht mehr sichtbar waren.

Rohre kommen aus Wänden.

Heizkörper werden demontiert.

Armaturen werden ersetzt.

Kabel werden entfernt.

Metallprofile werden ausgebaut.

Was vorher fester Bestandteil des Gebäudes war, liegt plötzlich auf einer Baustelle.

Für Eigentümer und Handwerksbetriebe beginnt dann eine logistische Aufgabe.

Denn diese Materialien müssen sortiert, zwischengelagert und abtransportiert werden.

Warum man auf einer Baustelle früh über Entsorgung nachdenken sollte

Eine häufige Fehlannahme lautet: Erst bauen, danach schauen wir, was mit dem Rest passiert.

Bei größeren Projekten ist eine frühere Planung sinnvoller.

Wenn bereits vor dem Ausbau feststeht, welche Materialgruppen entstehen, können entsprechende Sammelbereiche vorgesehen werden.

Kupfer muss dann nicht unter Stahlteilen verschwinden.

Kabel können separat gesammelt werden.

Metall wird nicht unnötig mit Holz, Kunststoff und anderen Bauabfällen vermischt.

Das spart später Sortierarbeit.

Und es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass verwertbare Materialien tatsächlich in geeignete Kreisläufe gelangen.

Nicht alles Metall ist gleich

Für Laien sieht ein Schrotthaufen häufig einfach nach Metall aus.

Für die Verwertung reicht diese Einteilung nicht.

Eisen und Stahl unterscheiden sich von Aluminium.

Kupfer ist etwas anderes als Messing.

Edelstahl kann wiederum unterschiedliche Legierungen besitzen.

Hinzu kommen Kabel und technische Bauteile, die aus mehreren Materialien bestehen.

Deshalb ist die Sortierung ein wichtiger Teil der Recyclingkette.

Je besser Materialien getrennt werden können, desto gezielter können sie anschließend weiterverarbeitet werden.

Warum Kupfer besonders auffällt

Kupfer ist für viele Menschen das bekannteste Beispiel eines wertvollen Altmetalls.

Das liegt auch daran, dass es in zahlreichen technischen Anwendungen vorkommt.

Bei einer Haussanierung kann Kupfer beispielsweise in alten Rohrleitungen auftauchen.

Elektriker begegnen dem Material in Leitungen und Kabeln.

In technischen Anlagen steckt es unter anderem in elektrischen Komponenten.

Wenn solche Materialien ausgebaut werden, sollten sie nicht unnötig mit anderen Metallarten vermischt werden.

Eine getrennte Sammlung macht die spätere Einordnung einfacher.

Ein Kabel ist kein Stück Kupfer

Bei Kabeln wird die Sache komplizierter.

Ein Kabel besteht eben nicht nur aus seinem metallischen Leiter.

Hinzu kommen Isolierungen und gegebenenfalls weitere Materialien.

Außerdem unterscheiden sich Kabeltypen stark voneinander.

Deshalb kann man nicht allein anhand des Gesamtgewichts sagen, wie viel verwertbares Metall darin steckt.

Für die Aufbereitung müssen verschiedene Bestandteile voneinander getrennt werden.

Das zeigt, wie technisch Recycling inzwischen geworden ist.

Die Vorstellung, alles Metall werde einfach gemeinsam eingeschmolzen, entspricht nicht der Realität einer differenzierten Kreislaufwirtschaft.

Was Handwerker mit der Kreislaufwirtschaft zu tun haben

Eine besonders wichtige Rolle spielen Handwerksbetriebe.

Sie stehen oft genau zwischen dem alten Produkt und dem Recycling.

Ein Heizungsbauer entfernt alte Rohre.

Ein Elektriker baut Kabel aus.

Ein Metallbauer produziert Abschnitte und Reststücke.

Eine Werkstatt tauscht Metallkomponenten aus.

Damit entscheiden diese Betriebe indirekt mit darüber, wie gut Materialien später getrennt werden können.

Wer bereits beim Ausbau verschiedene Stoffgruppen auseinanderhält, schafft bessere Voraussetzungen für die weitere Verwertung.

Kleine Mengen werden über Monate groß

Für einen Handwerksbetrieb besteht außerdem ein praktisches Problem.

Bei einem Auftrag entstehen vielleicht nur einige Kilogramm Material.

Dafür lohnt sich keine eigene Fahrt.

Beim nächsten Auftrag kommt wieder etwas hinzu.

Nach einigen Wochen steht plötzlich eine größere Menge auf dem Betriebshof.

Deshalb sind feste Sammelplätze sinnvoll.

Sie schaffen Ordnung und verhindern, dass wertvolle Materialien wahllos vermischt werden.

Bei kontinuierlich anfallenden Mengen kann außerdem eine regelmäßige Abholung sinnvoll sein. Der Hagener Anbieter nennt ausdrücklich Betriebe aus Abbruch und Instandhaltung als Nutzer solcher wiederkehrenden Entsorgungen.

Eine alte Maschine ist ein Materialpaket

Besonders interessant wird Kreislaufwirtschaft bei Maschinen.

Von außen erscheint eine Maschine als einzelner Gegenstand.

Tatsächlich ist sie ein komplexes Materialpaket.

Das Gestell kann aus Stahl bestehen.

Im Inneren befinden sich Elektromotoren.

Kabel verbinden Komponenten.

Gehäuse können aus Aluminium oder anderen Metallen gefertigt sein.

Dazu kommen Kunststoffe und weitere Werkstoffe.

Wird eine Maschine stillgelegt, muss deshalb zunächst entschieden werden, ob sie noch weiterverwendet werden kann.

Wenn das nicht möglich ist, beginnt die Demontage.

Wiederverwenden kommt vor Verwerten

Dieser Punkt wird in Diskussionen über Recycling manchmal vergessen.

Die beste Nutzung eines Produkts kann darin bestehen, es gar nicht erst zu recyceln.

Eine funktionierende Maschine kann möglicherweise in einem anderen Betrieb weiterarbeiten.

Ein Fahrrad kann repariert werden.

Ein Metallregal kann einen neuen Besitzer finden.

Eine hochwertige Armatur muss nicht zwangsläufig verschrottet werden, nur weil ein Raum umgebaut wird.

Kreislaufwirtschaft bedeutet deshalb nicht: möglichst viel recyceln.

Sie bedeutet vielmehr: Produkte und Materialien möglichst lange sinnvoll nutzen.

Erst wenn eine weitere Verwendung nicht mehr möglich oder sinnvoll ist, wird die stoffliche Verwertung interessant.

Wenn eine Maschine wirklich am Ende ist

Ist eine Anlage technisch überholt oder irreparabel, verändert sich die Aufgabe.

Nun muss sie aus ihrem bisherigen Standort entfernt werden.

Das kann kompliziert sein.

Große Maschinen sind möglicherweise fest verankert.

Sie passen nicht durch Türen oder Tore.

Sie können nicht ohne Weiteres angehoben werden.

Dann wird die Demontage Teil der Abholung.

Der auf der Hagener Seite beschriebene mobile Service bietet bei noch montierten Schrottteilen auch eine Demontage an.

Für Unternehmen ist dabei eine gute Vorbereitung entscheidend.

Fotos, Maße und Informationen über Zufahrten können helfen, den Aufwand vorab einzuschätzen.

Haspe erzählt eine besondere Metallgeschichte

Wer über Metall in Hagen schreibt, kommt an Haspe kaum vorbei.

Die industrielle Vergangenheit des Stadtteils macht deutlich, wie stark die Region über Generationen von Produktion und Verarbeitung geprägt wurde.

Heute sieht die Rohstoffwirtschaft anders aus.

Statt ausschließlich neue Materialien in große industrielle Produktionsketten einzuspeisen, wird zunehmend versucht, vorhandene Werkstoffe zurückzugewinnen.

Dadurch bekommt die Industriegeschichte eine interessante Fortsetzung.

Metall bleibt wirtschaftlich wichtig – aber der Blick darauf verändert sich.

Hohenlimburg zeigt eine andere Seite derselben Geschichte

Auch Hohenlimburg besitzt eine starke Verbindung zur Metallverarbeitung.

Die industrielle Tradition der Region ist dort bis heute Teil ihrer wirtschaftlichen Identität.

Gerade deshalb ist der Gedanke einer Kreislaufwirtschaft hier besonders passend.

Metall wird nicht mehr nur als Werkstoff betrachtet, der am Anfang eines Produktionsprozesses steht.

Es kann ebenso am Anfang eines zweiten Produktionsprozesses stehen.

Der alte Rohstoff wird zum neuen Ausgangsmaterial.

Hagen-Mitte stellt andere logistische Fragen

In dichter bebauten Teilen der Stadt geht es dagegen häufig weniger um Industrieanlagen und stärker um Zugänglichkeit.

Ein schweres Metallteil in einem Hinterhof kann schwieriger abzuholen sein als eine deutlich größere Menge auf einem frei zugänglichen Betriebshof.

Keller sind ein weiteres Beispiel.

Mehrere Heizkörper im Untergeschoss eines Mehrfamilienhauses stellen andere Anforderungen als dieselben Heizkörper, wenn sie bereits an einer Einfahrt bereitliegen.

Für eine mobile Abholung sind deshalb Informationen über den Standort mindestens so wichtig wie eine Beschreibung des Materials.

Eilpe/Dahl: Entfernung spielt ebenfalls eine Rolle

Hagen ist räumlich vielfältig.

Dicht bebaute Quartiere wechseln sich mit weitläufigeren Bereichen ab.

In Eilpe und Dahl oder anderen weniger zentral gelegenen Bereichen verändern größere Entfernungen die Logistik.

Das macht deutlich, warum mobile Sammlung immer eine Kombination aus Materialkenntnis und Tourenplanung ist.

Ein Fahrzeug soll schließlich nicht nur einen einzelnen Gegenstand transportieren, sondern möglichst sinnvoll eingesetzt werden.

Digitalisierung verändert den traditionellen Schrotthandel

Genau hier hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert.

Früher musste ein Schrotthändler einen Bestand häufig erst persönlich ansehen.

Heute kann ein Smartphonefoto bereits zahlreiche Fragen beantworten.

Wie groß ist die Menge?

Handelt es sich um lose Metallteile oder eine Maschine?

Ist etwas demontiert?

Wie sieht die Zugänglichkeit aus?

Natürlich ersetzt ein Foto nicht jede Begutachtung.

Aber es verbessert die Vorbereitung.

Der Hagener Anbieter bittet bei Anfragen ebenfalls um Angaben zu Material, Menge und Abholort; Fotos können vorab übermittelt werden.

Was passiert nach dem Abtransport?

Für den Besitzer endet die Geschichte häufig an dieser Stelle.

Das Fahrzeug fährt weg und der Platz ist wieder frei.

Für das Material beginnt dagegen der wichtigste Abschnitt.

Altmetall wird zu Verwertungsbetrieben gebracht, dort weiter sortiert und für die Wiederverwendung aufbereitet. Genau diesen Weg beschreibt auch der Hagener mobile Dienst für die von ihm gesammelten Materialien.

Sortierung ist deshalb weit mehr als Aufräumen.

Sie entscheidet darüber, ob aus einem uneinheitlichen Schrotthaufen brauchbare Materialfraktionen entstehen.

Warum sauberes Metall wichtig ist

Der Hagener Entsorgungsbetrieb weist bei der kommunalen Altmetallannahme auf einen praktischen Punkt hin: Altmetalle sollen ausreichend sauber und insbesondere ölfrei abgegeben werden.

Das zeigt, dass Recycling nicht nur von der Metallart abhängt.

Verunreinigungen können die weitere Behandlung erschweren.

Besonders bei Gegenständen aus Werkstätten oder technischen Anlagen sollte deshalb darauf geachtet werden, ob noch Betriebsstoffe oder andere problematische Substanzen vorhanden sind.

Elektrogeräte gehören nicht einfach zum Metallschrott

Eine weitere wichtige Grenze betrifft Elektrogeräte.

Ein Kühlschrank besteht teilweise aus Metall.

Ein Fernseher enthält ebenfalls verschiedene verwertbare Materialien.

Trotzdem gehören solche Geräte nicht einfach in einen gewöhnlichen Altmetallhaufen.

Der HEB führt Elektrogeräte ausdrücklich getrennt vom Altmetall. An der großen Annahmestelle an der Müllverbrennungsanlage können sowohl Altmetall als auch Elektrogeräte abgegeben werden, allerdings als unterschiedliche Abfallarten.

Auch der private Hagener Abholservice weist darauf hin, dass beispielsweise Kühlschränke und Fernseher nicht über seine normale Schrottabholung mitgenommen werden.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum „Da ist doch Metall drin“ für die richtige Entsorgung nicht ausreicht.

Der Wertstoffhof bleibt ein wichtiger Teil des Systems

Mobile Abholung und kommunaler Wertstoffhof sind keine Gegensätze.

Sie erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse.

Wer einige Metallteile selbst transportieren kann, hat in Hagen mehrere kommunale Möglichkeiten.

Der HEB nennt für Altmetall die Wertstoffhöfe MVA, Obernahmer und Haspe.

Die größte Annahmestelle befindet sich an der Müllverbrennungsanlage. Dort können neben Metall unter anderem Elektroschrott, Schadstoffe, Altglas und Altpapier angeliefert werden.

Bei großen, schweren oder schwer zugänglichen Metallbeständen kann dagegen die Abholung vor Ort praktischer sein.

Und was ist mit kleinen Metallgegenständen?

Hier schließt sich der Kreis zur neuen Wertstofftonne.

Nicht jeder alte Topf muss zum Wertstoffhof gefahren werden.

Nicht für jede kleine Pfanne braucht man einen Abholdienst.

Mit der seit April 2026 eingeführten Wertstofftonne hat Hagen die Möglichkeiten für kleinere haushaltsübliche Wertstoffe erweitert.

Das macht die Entsorgung für Bürger einfacher – setzt aber weiterhin voraus, dass man weiß, was tatsächlich hinein darf.

Große Metallteile, Elektrogeräte, Batterien und problematische Stoffe benötigen weiterhin andere Wege.

Kreislaufwirtschaft beginnt mit der richtigen Entscheidung

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis.

Recycling beginnt nicht beim Recyclingunternehmen.

Es beginnt bei dem Menschen oder Betrieb, der entscheidet, was mit einem Gegenstand passiert.

Kann er noch verwendet werden?

Kann er repariert werden?

Muss er wirklich entsorgt werden?

Aus welchem Material besteht er?

Gehört er in die Wertstofftonne?

Kann er zum Wertstoffhof?

Oder ist er so groß und schwer, dass eine mobile Abholung sinnvoller ist?

Jede dieser Entscheidungen bestimmt mit, welchen Weg das Material anschließend nimmt.

Warum das für Hagen mehr als ein Umweltthema ist

Für eine Stadt mit industrieller Tradition ist Kreislaufwirtschaft auch ein wirtschaftliches Thema.

Metalle werden für Gebäude, Fahrzeuge, Energieversorgung, Maschinen und moderne Technologien benötigt.

Gleichzeitig sind natürliche Rohstoffvorkommen nicht unbegrenzt verfügbar.

Je besser bereits vorhandene Materialien wieder genutzt werden können, desto stärker wird aus Abfall eine Rohstoffquelle.

Das bedeutet nicht, dass Recycling sämtliche Probleme der Rohstoffversorgung löst.

Aber es verändert den Blick auf das, was bereits vorhanden ist.

Die Rohstoffe der Zukunft liegen teilweise schon in Hagen

Vielleicht werden einige Rohstoffe, die in zehn oder zwanzig Jahren gebraucht werden, heute bereits verwendet.

Sie befinden sich in einem Gebäude in Haspe.

In einer Maschine in Hohenlimburg.

In einer elektrischen Installation in Wehringhausen.

In einer Werkstatt in Eilpe.

Oder in einem Haushalt im Hagener Norden.

Niemand bezeichnet sie heute als Schrott, weil sie noch eine Aufgabe erfüllen.

Doch irgendwann endet diese Nutzung.

Dann entscheidet sich, ob das Material verloren geht oder in einen neuen Kreislauf gelangt.

Fazit: Nicht alles, was weg muss, ist wertlos

Hagen zeigt im Kleinen, wie sich unser Umgang mit Rohstoffen verändert.

Seit April 2026 erleichtert die Wertstofftonne die getrennte Sammlung bestimmter kleiner Gegenstände aus Metall und Kunststoff. Für größere Altmetalle stehen kommunale Wertstoffhöfe zur Verfügung. Mobile Abholdienste ergänzen diese Infrastruktur bei größeren, schweren oder gewerblichen Beständen.

Entscheidend ist jedoch nicht allein, wo ein Gegenstand abgegeben wird.

Die interessantere Frage lautet: Was passiert mit seinem Material?

Ein Gegenstand kann nach Jahrzehnten seine ursprüngliche Aufgabe verlieren. Das darin enthaltene Metall kann trotzdem noch Teil eines neuen Produkts werden.

Damit bekommt das Wort „Schrott“ eine andere Bedeutung.

Es bezeichnet nicht zwangsläufig das Ende eines Rohstoffs.

Manchmal ist es lediglich der Moment zwischen seiner ersten und seiner nächsten Verwendung.

Für eine Stadt wie Hagen, deren Geschichte eng mit Metall, Handwerk und Industrie verbunden ist, ist das eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Rohstoffgeschichte der Stadt wird nicht nur durch das geprägt, was neu hinzukommt – sondern zunehmend auch durch das, was zurück in den Kreislauf gelangt.

Weitere Informationen über die mobile Abholung, die angenommenen Materialien und den Ablauf finden Sie bei https://schrottabholung.org/schrottabholung-hagen/

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